vfdb-Jahresfachtagung 2016: Appell an Politik

vfdb-Jahresfachtagung 2016: Appell an Politik

Stuttgart wurde vom 9. bis 11. Mai 2016 zur Hauptstadt der Feuerwehren und der Institutionen der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr. Dort trafen sich rund 600 Mitglieder und Gäste der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) zu ihrer Jahresfachtagung.

Mai 2016. In seiner Begrüßungsrede wies vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner auf die rasante Veränderung der gesellschaftlichen Struktur in der Bundesrepublik hin, die auch für den Brandschutz neues Denken und Handeln bedeute.  „Wir erleben auf der einen Seite einen Zuwachs an jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln und die damit einhergehenden sprachlichen und kulturellen Herausforderungen im Brandschutz und anderseits eine alternde Gesellschaft. Hier gehe es um Herausforderungen wie Singlehaushalte, Fahrlässigkeit im Umgang mit Brandgefahren und eingeschränkte Selbstrettungsfähigkeit“, sagte Aschenbrenner in Anwesenheit des baden-württembergischen Innenministers Reinhold Gall und Stuttgarts Bürgermeister Dr. Martin Schairer. Damit verbunden seien die sprachlichen und kulturellen Herausforderungen im Brandschutz. Hier sei die vfdb weiterhin gefragt, auf der Basis systematischer Analysen und Bewertungen Handlungskonzepte und Empfehlungen für die Brandschutzerziehung, den Vorbeugender Brandschutz und den Abwehrenden Brandschutz zu entwickeln. An die Politik appellierte Aschenbrenner, die notwendigen Ressourcen für die Forschung und Umsetzung der Konzepte bereit zu stellen.

Als erfreulich und begrüßenswert bezeichnete der vfdb-Präsident die vielfach bereits erfolgreichen Bemühungen der Feuerwehren und anderen Organisationen, junge Migranten in ihre Arbeit einzubeziehen. Hier gebe es noch ein großes Potenzial. Parallel zum Auftaktthema „Flüchtlinge“ veröffentlicht der Gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und -aufklärung von vfdb und DFV (Deutscher Feuerwehrverband) zusammen mit der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ zur Jahresfachtagung eine neue Informations-Plattform. Dort stellen bereits erste Feuerwehren anderen Wehren und Institutionen ihre Info-Materialien zur Brandschutzaufklärung zur Nutzung und als Anregung zur Verfügung. Dazu gehört auch einen Aufklärungsfilm in acht Fremdsprachen. ( www.rauchmelder-lebensretter.de/plattform-fluechtlinge )

In einer Plenarsitzung zum Auftakt der Veranstaltung stand am Nachmittag ein Referat des Leiters der Berufsfeuerwehr Frankfurt, Prof. Reinhard Ries, über das Thema „Ist unser Staat krisensicher – am Beispiel der Aufnahme von Flüchtlingen“ auf dem Programm. Ein Vortrag des Chefs der Berufsfeuerwehr München, Wolfgang Schäuble, beschäftigte sich mit der Flüchtlingssituation in der bayerischen Landeshauptstadt. Auch die Erfahrungen aus dem schweren Zugunglück im Februar in Bad Aibling standen auf dem Programm. Weitere Themen waren unter anderem der Vorbeugende Brandschutz, das Bahnprojekt Stuttgart 21, fluortensidfreie Löschschaummittel, Kritische Infrastrukturen, Kommunales Krisenmanagement und Digitalfunk. Auch ging es um Erfahrungen und Veränderungen im Zusammenhang mit dem neuen Beruf des Notfallsanitäters sowie um die Ergebnisse verschiedener Forschungsprojekte.

In der vfdb sind Anwender wie das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter, die Feuerwehren und Katastrophenschutzorganisationen mit wissenschaftlichen Institutionen und Leistungserbringern aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor vereint.

vfdb.de – Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.

Text: www.vfdb.de
Foto: vfdb